Skoda Epiq 2026

Skoda Epiq 2026 Wie episch wird der kleine Elroq-Bruder?

11:48 Min.

Der neue Skoda Epiq im ersten Fahrbericht mit Video-Review - noch getarnt vor der Weltpremiere.

Der Volkswagen-Konzern bringt 2026 vier Modelle seiner neuen „Electric Urban Car Family“ auf den Markt. Der Kernmarke VW tritt im Kleinwagensegment mit ID. Polo und ID. Cross an, die spanische Marke Cupra erweitert ihr Modellangebot nach unten mit dem Raval. Vierter im Bunde ist der Skoda Epiq. Wie der VW ID. Cross ist er ein kleines SUV mit erhöhter Sitzposition.

Der nächste Bestseller?

Eine hohe Kompetenz, auf einer vorhandenen Konzernbasis erfolgreiche Elektroautos umzusetzen, kann man den Tschechen zusprechen. Der noch taufrische Skoda Elroq ist im Jahr 2025 bereits das zweitmeistverkaufte E-Fahrzeug in Europa hinter dem Tesla Model Y, der größere Enyaq parkt in der Hitliste auf Position Sieben. Über 170.000 Exemplare der beiden Baureihen wurden im vergangenen Jahr abgesetzt. 2026 soll das Angebot im Schauraum des Skoda-Händlers verdoppelt werden. Wohl im Herbst zeigt sich das neue Elektro-Flaggschiff mit dem Namen Peaq, vorher rollt der kleine Skoda Epiq an den Start.

Computerillustrationen und Messeauftritte eines Showcars im Rahmen der IAA Mobility in München und der Motor Show in Brüssel haben das kleinste Skoda-SUV bereits an Rampenlicht gewöhnt, zum ersten Kennenlernen mit einer ausgiebigen Probefahrt zeigt sich das Vorserien-Exemplar aber dennoch unter einer bunten Tarnfolie. Sie verbirgt das finale Design, auch das Cockpit ist noch schüchtern, sobald eine Kamera in der Nähe ist.

Auf der MEB+ - Architektur für kompaktere Elektroautos mit Frontantrieb sitzt beim Epiq eine 4,17 Meter lange, 1,80 Meter breite und 1,62 Meter hohe Karosserie. Als erstes Modell der Marke setzt der Epiq die 2022 vorgestellte Designsprache „Modern Solid“ vollständig um. Elroq und das Facelift des Enyaq zeigen die aktuelle Linienführung an der Front und, wie Verbrenner-Modelle von Skoda, in Details wie dem Markenlogo auf der vorderen Haube – aber eben noch nicht von vorne bis hinten durchdekliniert.

Der Skoda Epiq im Video

Schmale LED-Leisten trägt der Epiq an Front und Heck, die Hauptscheinwerfer sitzen weiter unten im vorderen Stoßfänger. Auch er setzt also die Tradition des Vieraugen-Gesichts bei Skoda-SUV fort. Optional wird es Matrix-LED-Scheinwerfer mit 12 ansteuerbaren Modulen auf jeder Seite geben. Die Lichtverteilung wird dabei auch in verschiedenen Modi, beispielsweise für schlechtes Wetter sowie für das Fahren in der Stadt, auf Landstraßen und auf der Autobahn gesteuert.

Das „Tech Deck“ genannte Gesicht trägt eine schwarze Abdeckung für die Sensoren der Fahrassistenz, man es sie von den größeren Elektro-Brüdern kennt. Mit diesem Kniff sorgen die Designer für einen Wiedererkennungswert auch ohne Kühlergrill. Gleichzeitig spricht die Frontgestaltung auch konservativere Kunden an, denen manche E-Autos zu gesichtslos erscheinen.

Kühlluft benötigen Akku und Antrieb aber auch im Skoda Epiq. Sie wird über die vertikalen Einlässe im Stoßfänger hereingelassen. Bewegliche Jalousien dahinter werden bei Bedarf geöffnet, ansonsten verbessern sie im geschlossenen Zustand die Aerodynamik. Diagonale Linien geben zudem dezente Hinweise auf weitere Öffnungen, die für die Ableitung von Fahrtwind um die Vorderräder herum sorgen.

In der Profilansicht fallen die gewohnt soliden Bügeltürgriffe positiv auf. Ausstattungsabhängig wird es für den Skoda Epiq 17 bis 19 Zoll große Räder geben. Auf der massiven C-Säule wird der Markenschriftzug prangen, das ist kein Geheimnis mehr.

Großer Kofferraum und Frunk

475 Liter misst der Laderaum im Heck, inklusive tiefem Kellerabteil unter dem doppelten Boden.

Wir öffnen die Heckklappe und blicken in ein geräumiges Ladeabteil. Der doppelte Boden sorgt für einen ebenen Zugang, darunter lässt ein tiefer Keller auch Platz für Getränkekisten und Großeinkäufe. Sofern das Auto mit dem optionalen Canton-Sound-System konfiguriert wird, nimmt der Subwoofer aber einen Teil des Raums in Anspruch. Insgesamt sollen 475 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung stehen, 75 Liter mehr als im Verbrenner-Bruder Skoda Kamiq. Die Lehne der Rücksitzbank kann zweigeteilt nach vorne fallen, dann wächst der Laderaum auf 1.344 Liter. Außerdem wird es ein weiteres Staufach (Frunk, Front Trunk) unter der vorderen Haube geben.

Für die Aufbewahrung des Ladekabels hat sich Skoda abermals ein „Simply Clever“-Detail einfallen lassen. Am Bügel der Top-Tether-Verankerung für Kindersitze kann man eine Tasche arretieren, die das Kabel aufnimmt. Hier ist es auch griffbereit, wenn der Kofferraum gefüllt ist. Andere Alltagshelfer wie der in die Kofferraumklappe integrierte Eiskratzer und der Regenschirm in der Tür bekommt auch der Epiq mit auf den Weg.

Die Sitzprobe

In beiden Reihen gibt es sehr ordentliche Platzverhältnisse im kleinsten Skoda-SUV.

2,60 Meter misst der Radstand des Skoda Epiq, immerhin rund 16 Zentimeter weniger als beim Elroq. Da ist es keine Überraschung, dass das deutlich kleinere Auto auch innen kompakter geschnitten ist. Die Unterschiede sind aber nicht so groß wie erwartet. Der 1,92 Meter große Autor dieser Zeilen sitzt in der zweiten Reihe bequem, zum weit nach hinten gestellten Vordersitz sind es vor den Knien noch ein paar Zentimeter (siehe Video zu diesem Beitrag). Die schräg nach hinten abfallende Sitzfläche hat zwei Vorteile. Man muss die Beine nicht zu stark anwinkeln, gleichzeitig bietet der Epiq eine sehr üppige Kopffreiheit. Die Kopfstützen dürften aber gerne noch etwas weiter nach oben ausfahrbar sein. Lüftungsauströmer in der Mittelkonsole, eine Mittelarmlehne mit zwei Becherhaltern und USB-C-Steckplätze sorgen für mehr Komfort im Fond.

Fahrer und Beifahrer freuen sich über üppig dimensionierte, bequeme Sitze mit einer Verstellmöglichkeit auch in der Höhe. Ein Mittelairbag sorgt im Fall eines Seitenaufpralls für mehr Sicherheit.

Das Cockpit des Skoda Epiq dürfen wir heute noch nicht zeigen, wohl aber kurz erklären. Auch bei den Armaturen griffen die Gestalter ins Konzernregal. Mit einem soliden Grundträger, der das 5,3 Zoll große Display für den Fahrer einbettet, zeigt der Epiq aber eine eigenständige Gestaltung. Das 13 Zoll große Infotaiment-Display ist serienmäßig. Wer sich in Elroq und Enyaq auskennt und dort die Bedienung über den zentralen Touchscreen und Tasten verinnerlicht hat, der dürfte sich auch im kleinen Bruder schnell zurechtfinden.

LFP- und NMC-Akkus

Erste Ausfahrt mit dem noch folierten Skoda Epiq in der Küstenstadt Porto.

Drei Antriebs-Varianten werden Konfigurator und Preisliste beim Skoda Epiq beinhalten. Dabei werden von der intern APP290 genannten E-Maschine stets die Vorderräder angetrieben.

Der Skoda Epiq 35 hat eine Leistung von 85 kW (115 PS) und ein Drehmoment von 267 Newtonmetern. Er soll in elf Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h erreichen. Strom für den Antrieb kommt aus einem LFP-Akku (Lithium-Eisenphosphat) mit 37 kWh netto nutzbarer Speicherkapazität (brutto 38 kWh). Mit einem WLTP-Normverbrauch von 13,0 kWh/ 100 km peilen die Ingenieure eine Reichweite von 315 Kilometern an.

Geladen wird im rechten vorderen Kotflügel. Das passt für Straßenrandparker, an öffentlichen Ladesäulen und am Schnelllader, weniger an einer Garagen-Wallbox. Wechselstrom zapft der Epiq mit 11 kW über drei Phasen. Schade, dass das Budget und wohl auch der Bauraum keine 22-kW-Ladeoption wie im Kia EV2 zugelassen haben. Für das Stromeinholen im öffentlichen Raum wäre das eine schöne Bereicherung, wenngleich der 37,5-kWh-Akku mit 11 kW auch in unter vier Stunden voll ist. Überschaubar ist der Peak am Schnelllader über den CCS-Anschluss. Er liegt bei 50 kW.

Im Skoda Epiq 40 leistet der Elektromotor 99 kW (135 PS) bei gleichem Drehmoment von 267 Newtonmetern. In 9,8 Sekunden geht es aus dem Stand auf Landstraßentempo, auch hier wird die Höchstgeschwindigkeit bei 150 km/h begrenzt. Verbrauch und Akku-Größe sind mit dem Epiq 35 identisch, was auch für die Reichweite von 315 Kilometern und das 11-kW-Laden gilt. Die Gleichstrom-Ladeleistung wird hier jedoch auf 90 kW angehoben. Der Hub von zehn auf 80 Prozent der Akku-Kapazität soll, unter idealen Bedingungen, in 28 Minuten erledigt sein.

Das Topmodell der Baureihe ist der Skoda Epiq 55. Er hat einen NMC-Akku (Nickel-Mangan-Kobalt) mit 51,7 kWh nutzbarer Kapazität (55 kW brutto) im Fahrzeugboden. Sein Motor leistet 155 kW (211 PS) und stellt 290 Newtonmeter bereit. Die Reichweite soll bei 430 Kilometern liegen, der Normverbrauch mit 13,1 kWh/100 km nur knapp über den „kleineren“ Modellen. Dabei dürfte auch das Akkugewicht helfen, das mit 297 Kilogramm trotz der deutlich größeren Kapazität nur knapp über den 291 kg der LFP-Batterie in den Varianten 35 und liegt.

In 7,4 Sekunden spurtet der Epiq 55 auf Tempo 100, seine Höchstgeschwindigkeit erreicht er bei 160 km/h. In 23 Minuten soll der Füllstand des Akkus am Schnelllader von zehn auf 80 Prozent klettern, dabei seinen Peak bei einer Leistung von 125 kW zeigen. Auch dieser Epiq zieht Wechselstrom dreiphasig mit 11 kW.

Der Fahreindruck

Der Federungskomfort gefällt mit hohem Komfort, auch ohne adaptive Dämpfer.

Ein Vorserien-Exemplar des Skoda Epiq steht für erste Testfahrten in der portugiesischen Küstenstadt Porto bereit. Außerhalb streng abgesicherter Räume mit gut verschlossenen Türen zeigt sich das neue Modell noch nicht im Serienkleid, weshalb eine bunte Tarnfolie über die Karosserie geklebt wurde. Im Fachsprech nennt man das „Covered Drive“. Dabei geht es aber auch um Aufmerksamkeit im Straßenbild, wie die Farbpracht und die großen Epiq-Schriftzüge zeigen.

Wir lassen uns nicht blenden, sondern starten zur Ausfahrt. Unser Testwagen ist ein Epiq 55 mit 18-Zoll-Rädern. Mit ihnen macht das Fahrwerk auf den teils schlechten Straßen mit tiefen Schlaglöchern, Querfugen und auch auf altem Kopfsteinpflaster einen sehr guten Job. Das kleine SUV federt komfortabel, der Aufbau bleibt dabei auch bei gröberen Verwerfungen stets ruhig. Trotzdem hast du im Auto nie das Gefühl, von der Straße entkoppelt zu sein. Den Ingenieuren darf Lob gezollt werden, diese ausgeglichene Abstimmung ohne adaptive Dämpfer hinzubekommen. Das DCC-Fahrwerk wird es in der Aufpreisliste des Skoda Epiq nicht geben.

Auch die Lenkung passt zum Charakter des Autos, das eine sehr breite Käuferschicht ansprechen und glücklich machen will. Das Ansprechverhalten ist auch in der Mittelanlage ausreichend direkt, ohne dass man spitze Haken schlägt.

Beim Anfahren will das Fahrpedal des Prototyps mit Nachdruck nach unten getreten werden, dann macht er einen unerwarteten Satz und will auf der Drehmomentwelle davonreiten. Es bedarf einiger Konzentration, hier den richtigen Moment zum Nachlassen mit dem rechten Fuß zu finden. Dieser Fauxpas ist aber sicherlich auf den frühen Fahrtermin zu schieben, bis zum Serienstart finden weitere Feinabstimmungen statt.

Gut gelöst ist jetzt schon der Übergang von Rekuperation und physischer Bremse beim Tritt auf das Pedal, der Druckpunkt ist klar definiert. Im Test-Epiq erlaubt die Einstellung einer „B“-Stufe die erhöhte Rekuperation. Später dürfte es gewiss, ob serienmäßig oder ausstattungsabhängig, auch Schaltwippen am Lenkrad zur Einstellung der Energie-Rückgewinnung geben.

Ausstattung und Preis

Kunst am Bau und auf Folie: In Serie geht der Epiq mit weniger buntem Karosseriekleid.

Wie von anderen Skoda-Modellen gewohnt, wird es auch beim Epiq drei verschiedenen Innenraumwelten geben. Die Marke spricht dabei von „Design Selections“. Sie heißen Studio, Loft und Suite. In jeder Ausführung verzichtet der Epiq auf tierische Materialien im Innenraum, außerdem werden recycelte Rohstoffe eingesetzt. Loft und Suite kommen mit Ambiente-Licht im Cockpit und in den vorderen Türen.

Details zur Serien- und Sonderausstattung werden erst zur Weltpremiere verraten, die wohl im Frühsommer stattfinden wird. Dann gibt es auch Gewissheit über die Preise des Epiq. Schon jetzt verraten unsere Skoda-Kontakte, das auch er auf dem Niveau seines Verbrenner-Schwestermodells liegen soll. Beim Skoda Elroq im Vergleich zum Karoq wurde diese Strategie bereits umgesetzt. Mit 115 PS und 7-Gang-DSG kostet der Skoda Kamiq ab 28.990 Euro. Wir gehen davon aus, dass der Epiq 35 auf dem Niveau des handgeschalteten Kamiq 1.0 TSI und damit bei rund 26.000 Euro starten wird.

Die Konkurrenz

Der Skoda Epiq nebem den aktuellen Kodiaq RS. Erstmals wird beim kleinen SUV die neue Designsprache vollumfänglich zu sehen sein.

Wenn der Skoda Epiq im Laufe des Jahres auf den Markt kommt, tritt der nicht nur gegen den konzerninternen Wettbewerber VW ID. Cross an, mit dem er gemeinsam im spanischen Pamplona gebaut wird.

Zu den Konkurrenten zählen auch der noch frische Renault 4, der vor allem mit seinem charaktervollen Design bei Kunden punkten kann, und der jüngst vorgestellte Kia EV2. Aus China buhlt der Leapmotor B10 um die Gunst der Kunden im Segment der kleinen Elektro-SUV.

Fazit

Der Skoda Epiq wird im Sommer zu den Händlern kommen. Wir warten gespannt auf die Preis-Positionierung.

Kleines Auto, großer Aufschlag. Der Skoda Epiq soll den Erfolg seiner größeren Bruder Elroq und Enyaq wiederholen. Unser erster Kontakt mit einem noch getarnten Prototyp zeigt, dass dieser Plan aufgehen kann.

Im kompakten Format steckt ein geräumiger Innenraum mit viel Platz in beiden Reihen. Fahrwerk und Antrieb machen einen sehr guten ersten Eindruck, vor allem der Federungskomfort weiß zu gefallen. Wenn Skoda es schafft, nach dem Elroq im Vergleich zum Karoq auch dieses Elektroauto zum Preis des entsprechenden Basis-Benziners (hier: Kamiq) an den Start zu bringen, dürfte ich der Skoda Epiq sehr schnell im Straßenbild durchsetzen.

Technische Daten
Skoda Epiq 55

Antriebsart
Elektro
Antrieb
Frontantrieb
Getriebe
Eingang-Reduktionsgetriebe
Elektromotor: Maximale Leistung kW
155 kW (211 PS)
Elektromotor: Maximales Drehmoment
290 Nm
Batterie
51,7 kWh netto (55 kWh brutto)
Batterie: Typ
NMC (Nickel-Mangan-Kobalt)
Maximale Ladeleistung Gleichstrom (DC)
125 kW
Maximale Ladeleistung Wechselstrom (AC)
11 kW (dreiphasig)
Beschleunigung 0-100 km/h
7,4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit
160 km/h
Norm-Verbrauch kWh / 100 km
13,1 kWh
Reichweite nach Norm
430 Kilometer
Kofferraumvolumen
475 - 1.344 Liter (+ Frunk)
Leergewicht
1.544 kg
Stützlast
75 kg
Länge / Breite / Höhe
4.171 / 1.798 / 1.620 mm
Text: Bernd Conrad
Bilder: Ivo Hercik, Andreas Hof, B. Conrad