Alle Informationen zum VW ID. Tiguan, auch mit Fahrbericht und Video-Review.
Es war ein offenes Geheimnis. Mit der umfangreichen Überarbeitung, die über ein gewöhnliches Facelift hinausgeht, bekommt der Nachfolger des VW ID.4 einen neuen, aber dennoch bekannten, Namen: Das Elektro-SUV heißt künftig ID. Tiguan und wird parallel zum Tiguan mit Verbrennungsmotor, den es als Benziner, Diesel und als Plug-in Hybrid gibt, angeboten. Wir haben alle Informationen, die erste Sitzprobe und einen Fahrbericht.
Was ändert sich?
Seit 2007 wurden über 8,3 Millionen VW Tiguan weltweit verkauft, künftig kommen auch weitere Exemplare mit Elektroantrieb hinzu. Auch der VW ID.4 war, zusammen mit dem nicht mehr angebotenen Fießheck-Bruder ID.5, ein Erfolg: Seit dem Start im Jahr 2021 liefen rund 950.000 Autos des Duos vom Band. Der neue ID. Tiguan wird weiterhin in Emden produziert, die Verbrenner-Tiguan kommen aus dem Stammwerk Wolfsburg.
Die Karosserie des SUV ist um 3,5 Zentimeter auf 4,62 Meter gewachsen. Im Vergleich zum Vorgänger ist der VW ID. Tiguan zudem einen Zentimeter breiter und 1,5 Zentimeter flacher geworden. Die Front steht jetzt steiler im Fahrtwind. Ausstattungsabhängig leuchten adaptive Scheinwerfer (IQ. Light) in die Dunkelheit, eine LED-Leiste zieht sich mittig bis zum illuminierten Marken-Logo. Auch das Emblem am Heck leuchtet, es ist in das breite Band mit den dreidimensional ausgeprägten Rückleuchten integriert. Im Profil feiern solide Bügeltürgriffe ihr Comeback. Die Felgen des ID. Tiguan haben, je nach Konfiguration, bis zu 21 Zoll Durchmesser.
Der VW ID. Tiguan im Video
Das Kofferraumvolumen liegt mit 534 bis 1.577 Litern (bei umgeklappter Lehne der Rücksitzbank) auf dem Niveau des Vorgängers. Unter der vorderen Haub kann beispielsweise das Ladekabel in einem 32 Liter großen, zusätzlichen Staufach (Frunk) untergebracht werden. Weiter vorne bleibt das großzügige Platzangebot unverändert.
Neues beim Cockpit: Als erster VW lässt sich der ID. Tiguan mit einem 12-Zoll-Beifahrer-Display konfigurieren. Hinter dem Lenkrad mit physischen Multifunktionstasten kann der Fahrer die auf einem 10-Zoll-Display versammelten Informationen in unterschiedlichen Layouts darstellen lassen. Neu zur Wahl ist eine Retro-Skin, die mit blau illuminierten Rundinstrumenten an den VW Golf IV erinnert. Während der Fahrt (siehe unten) zittern die animierten roten Zeiger minimal, so wie früher die analogen Vorläufer. Der Ladestand des Akkus wird im Stil einer Tankuhr dargestellt. Auch auf dem 15 Zoll messenden Infotainment-Display kann man sich graphisch an die Vergangenheit erinnern lassen. Ein Teil des Monitors zeigt dann die Grafik alter VW-Radios, außerdem parken wählbare Klassiker (z.B. VW Golf II Country, Golf IV, Race Touareg) im anzeigten Ablagefach unter dem virtuellen DIN-Schacht-Radio. Weiterhin optional zu haben ist das bekannte Head-up-Display mit AR-Inhalten (Augmented Reality).
Welche Reichweite erzielt der ID. Tiguan?
Drei verschiedene Antriebsvarianten wird es für den VW ID. Tiguan geben. Ein 58 kWh großer LFP-Akku (Lithium-Eisenphosphat) versorgt im Basismodell einen 140 kW (190 PS) starken Elektromotor an der Hinterachse (APP350) mit Strom. In 8,5 Sekunden beschleunigt diese Variante aus dem Stand auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 160 km/h begrenzt. Die Ladeleistung verspricht mit 105 kW keinen Rekordwert, dafür soll der Peak lange und konstant anhalten. Für die Steigerung des Ladezustands von 10 auf 80 Prozent stellt VW 26 Minuten Parkdauer in Aussicht. Wechselstrom fließt über drei Phasen mit 11 kW. Die Reichweite nach WLTP-Norm: 450 Kilometer.
Ein NMC-Akku (Nickel Mangan Kobalt) mit 77 kWh netto nutzbarer Kapazität steckt in den beiden stärkeren ID.-Tiguan-Modellen. Die intern APP550 genannte Maschine leistet 210 kW (286 PS) und bringt 545 Newtonmeter Drehmoment. In 6,6 Sekunden geht es auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 180 km/h erreicht. Bis zu 165 kW Ladeleistung sollen über den CCS-Anschluss zu realisieren sein, was den 10-80-Hub in 29 Minuten abhakt. Mit 600 Kilometern ist dieser ID. Tiguan der Reichweiten-König im Modellprogramm.
Das Topmodell 4Motion hat einen zusätzlichen Motor an der Vorderachse, die Systemleistung liegt bei 220 kW (299 PS). Bis zu 560 Kilometer weit kommt der Allradler, bevor nachgeladen werden muss. Mit 6,3 Sekunden ist er etwas fixer auf Landstraßen-Tempo als der Bruder mit Heckantrieb. Die Anhängelast der Versionen mit 77 kWh großem Akku liegt bei 2.000 Kilogramm, das Basismodell kann 1,8 Tonnen an den Haken nehmen.
Erste Test-Fahrt im VW ID. Tiguan
Noch vor der Weltpremiere können wir in einem folierten Vorserienexemplar des VW ID. Tiguan 4Motion auf eine erste kurze Testfahrt gehen. Wie der Vorgänger ist auch das neue Modell komfortabel unterwegs, erst recht mit dem optionalen und zum Modellwechsel überarbeiteten DCC-Fahrwerk. Im Gegensatz zum Tiguan auf Basis der MQB-evo-Architektur nutzt der Elektro-Bruder auch weiterhin adaptive Dämpfer mit Ein-Ventil-Steuerung. Auch damit lässt sich die Dämpferhärte spürbar spreizen, am Ende ist man um die Normal-Einstellung im Alltag am besten unterwegs.
Der Zweimotoren-Antrieb sorgt für zügige Beschleunigung, ohne zu überfordern. Alles ist gewohnt gut aufeinander abgestimmt. Keine Überraschung: Auf dem größeren Display hinter dem Lenkrad sind die fahrrelevanten Informationen jetzt besser ablesbar als zuvor.
Was kostet der VW ID. Tiguan?
Anfang 2027 wird der VW ID. Tiguan auf den Markt kommen, zuvor feiert er im Rahmen der Paris Motor Show im Oktober 2026 seine Weltpremiere. Wie gewohnt wird es unterschiedliche Ausstattungslinien und in Pakete zusammengefasste Extras geben. Die Basis ID. Tiguan Trend wird zum Preis von 42.695 mit 58 kWh großem Akku und 140 kW starkem Antrieb im Konfigurator zu finden sein. Der Einstiegspreis steigt mit dem Modellwechsel also nicht, er liegt auf dem Niveau des Vorgängers ID.4 mit Infotainment-Paket. Preise für die höheren Ausstattungslinien und die stärkeren Motorvarianten sind aktuell noch nicht bekannt. Sie dürften zum Bestellstart des ID. Tiguan im Laufe der kommenden Wochen kommuniziert werden.
VW günstiger als Skoda?
Der neue VW ID. Tiguan wird in der Basis günstiger angeboten als der technisch eng verwandte Konzernbruder Skoda Enyaq. Das in Tschechien gebaute SUV kostet in der Linie Essence mit identischem 140-kW-Antrieb und 60 kW Akku-Kapazität aktuell (Stand Oktober 2026) ab 44.320 Euro, der VW ist also 1.625 Euro günstiger. Ein genauer Vergleich kann jedoch erst angestellt werden, wenn die detaillierten Ausstattungslisten des ID. Tiguan vorliegen.
Fazit
Der VW ID. Tiguan bekommt zum neuen Look auch einen anderen Namen, die technische Basis in Form der MEB-Architektur wird dabei aber vom Vorgänger ID.4 übernommen. Es bleibt also bei der 400-Volt-Technologie, was der Ladeleistung gewisse Schranken setzt. Auch dieser neue Elektro-VW will am Schnelllader aber mit einer konstant hohen Leistung punkten, was die Standzeit reduziert.
Im Cockpit findet auch das Elektro-SUV zurück zu physischen Tasten, so wie es der ID.3 Neo und der ID. Polo vorgemacht haben. Wer mag, kann sich die fahrrelevanten Informationen in Form der blau illuminierten Rundinstrumente des VW Golf IV anzeigen lassen. Die Preise für den VW ID. Tiguan starten bei 42.695 Euro.
Im Video: VW ID. Tiguan Fahrbericht