Cupra Raval 2026

Cupra Raval 2026 Elektro-Kleinwagen ab 25.950 Euro

6:43 Min.

Kleinwagen mit Elektroantrieb: Alles zum neuen Cupra Raval mit Sitzprobe im Video!

Cupra darf als erste Marke ihr Modell der „Urban Electric Car Family“ des Volkswagen-Konzerns präsentieren: Den Raval. Die Spanier hatten die Entwicklungshoheit, werden zudem mit dem ID. Polo und dem Raval zwei der vier Modelle im Stammwerk Martorell produzieren. Vier Jahre nach der Studie Cupra Urban Rebel steht jetzt der Raval im Serientrimm zum ersten Kennenlernen bereit.

Klein, aber ein echter Cupra

Beim Cupra Raval spricht die selbsternannte Challenger-Brand von einer „radikalen Neuinterpretation des urbanen Elektroautos“. Fakt ist: Der Fünftürer, der wie der größere Born nach einem Stadtteil Barcelonas benannt ist, ist ein 4,05 Meter langer, 1,78 Meter breiter und 1,52 Meter Kleinwagen ohne SUV-Allüren. Der bisher kleinste Cupra folgt der Designlinie seiner größeren Brüder. Die „Sharknose“-Front reckt sich als Bühne für das illuminierte Logo (ausstattungsabhängig) nach vorne. In den Scheinwerfern wurde die Anordnung der drei LED-Tagfahrlicht-Elemente neu interpretiert. Die Silhouette mit stark nach hinten ansteigender Gürtellinie, schwarzer A-Säule und breiter C-Säule soll dem Helm eines Rennfahrers nachempfunden sein. Am Heck zeigt auch dieser Cupra ein durchgehendes Lichtband mit integriertem Markenlogo. Felgen gibt es in verschiedenen Designs und Formaten von 17 bis 19 Zoll.

„MEB+“ nennt der Konzern die technische Basis für kompakte Elektroautos mit Frontantrieb. Zwei Akku-Varianten wird es geben. Im Basismodell Cupra Raval steckt eine LFP-Batterie (Lithium-Eisenphosphat) mit 37 kWh Speicherkapazität für 300 Kilometer Norm-Reichweite. Über den serienmäßigen CCS-Anschluss kann eine Ladeleistung von 90 kW erzielt werden, der Hub von zehn auf 80 Prozent dauert 27 Minuten. Wechselstrom fließt in allen Varianten des Raval dreiphasig mit 11 kW. Der vorne montierte Elektromotor im Grundmodell kommt auf eine Leistung von 85 kW (116 PS). Darüber rangiert der Raval Plus mit 99 kW (135 PS) Motorleistung, Akku und Reichweite entsprechen der Basis.

Der Cupra Raval im Video

Im Cupra Raval Endurance leistet die E-Maschine 155 kW (211 PS). 450 Kilometer Reichweite ermöglicht der NMC-Akku (Nickel-Mangan-Kobalt) mit 52 kWh Kapazität. Am Schnelllader kann er in 23 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen werden, die maximale Ladeleistung gibt der Hersteller mit 130 kW an.

Das sportliche Topmodell hört auf den Namen Cupra Raval VZ (Veloz, span. für Tempo, Geschwindigkeit). Die Motorleistung wird hier auf 166 kW (226 PS) und ein Drehmoment von 290 Newtonmeter erhöht, was jedoch auf Kosten der Norm-Reichweite geht. Sie liegt mit dem 52-kWh-Akku bei 400 Kilometern. In unter sieben Sekunden soll es aus dem Stand auf 100 km/h gehen, die Höchstgeschwindigkeit des Raval VZ liegt bei 175 km/h.

Von den anderen Varianten unterscheidet er sich technisch mit einer Sportabstimmung des DCC-Fahrwerks mit adaptiven Dämpfern, einem elektronischen Sperrdifferenzial an der Vorderachse, 235 Millimeter breiten Reifen mit 19-Zoll-Felgen, speziellen Achsschenkeln an der Vorderachse und einer Abschaltmöglichkeit für die Stabilitätskontrolle.

Vier verschiedene Interieur-Welten werden für Raval-Kunden zur Wahl stehen. Pulse bringt Sportsitze mit Bezügen aus Recycling-Polyester mit, im Immersive spannt sich Dinamica-Mikrofasermaterial mit 73 Prozent Recycling-Anteil über elektrisch verstellbare Schalensitze. In der Ausstattung Feel ist der Innenraum mit Kunstleder ausgeschlagen. Neu ist ein Textilmaterial im 3D-Print mit Stoffen, die vollständig auf wiederverwertete Materialien setzen, in der Linie Ahead.

Markentypisches Cockpit

Das Cockpit ähnelt dem des frisch gelifteten Cupra Born.

Das Cockpit im Cupra Raval bedient sich aus dem Teileregal, es ähnelt dem des jüngst gelifteten Born. Hinter dem Multifunktionslenkrad mit physischen Tasten und Walzen blickt man auf ein 10,25 Zoll großes Display zur Anzeige aller fahrrelevanten Daten. Der 12,9 Zoll große Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts kommt mit einer Auflösung von 200 dpi. Das Betriebssystem Android Automotive von Google stellt die Software-Basis für das Infotainment-System, darauf aufbauend surft man mit der Fingerkuppe durch markentypische Menüs. Ein App Store bietet zum Start 130 Programme zum Download. Ein Abo für die Konnektivität stellt bis zu 72 GB Daten, auch für die Online-Anbindung des Navigationssystems, bereit.

Das Ambiente-Licht, das auch visuelle Rückmeldungen der Fahrassistenz gibt und je nach Modus unterschiedlich eingestellt wird, zieht sich von den Türverkleidungen unter der Windschutzscheibe für die Breite des Cockpits. Alternativ zur Serien-Audio-Anlage mit sieben Lautsprechern gibt es ein Soundsystem der Marke Sennheiser mit 12 Boxen und 475 Watt Ausgangsleistung.

Preise ab unter 26.000 Euro

Der Raval VZ mit 226 PS ist das sportliche Topmodell der Baureihe.

Die Cupra-Website meldet für den Raval einen Einsteigpreis von 25.950 Euro. Ob dieser Betrag bis zum Marktstart des Basismodells gehalten wird, ist noch nicht bekannt. Zuerst kommen drei Launch Editions in den Konfigurator, stets mit dem größeren Akkupaket (52 kWh NMC). Der Raval Dynamic Plus bietet, zusätzlich zum Modell Dynamic, eine erweiterte Fahrassistenzausstattung mit Parkfunktionen, adaptive Matrix-LED-Scheinwerfer, Navigationssystem, die Sennheiser-Anlage sowie Schalensitze für Fahrer und Beifahrer.

Der Cupra Raval VZ Extreme trägt die neue Lackfarbe „Manganese Matt“, die Cup-Schalensitze mit 3D-gestrickten Stoffen innen und 19-Zoll-Leichtmetallfelgen in „Sulfur Green“ mit Hochleistungsreifen. Auch ein Panorama-Dach (ohne Öffnungsfunktion) gehört zu Serienausstattung.

Die Sitzprobe

Im Raval VZ Extreme führt die Marke Bezüge ein, die im 3D-Verfahren gestrickt wurden.

In einem Film- und Fotostudio starten wir zur ersten Sitzprobe im Cupra Raval. Vor dem Kofferraum, der aufgrund der Frontantriebs-Architektur ein üppiges Volumen von 430 Litern bereithält, bietet der Spanien in der zweiten Reihe klassengerechte Platzverhältnisse. Zumindest große Menschen stoßen mit den Knien an die Rückseite der Sportsitze – als Familien-Reisefahrzeug dürfte aber eh kaum jemand einen Kleinwagen missverstehen.

Vorne fühlt man sich gut ins Auto integriert, alle Anzeigen sind schnell ablesbar. Die Armauflage zwischen den Sitzen ist bequem, die Mittelkonsole davor bietet neben einem doppeltem Becherhalter auch ausreichend dimensionierte Ablagefächer. Unterschiedliche Dekore wechseln sich harmonisch ab, über der breiten Leiste mit Einkerbungen im Kohlefaser-Look schimmert die Ambientebeleuchtung – zusätzlich zur umgreifenden Lichtleiste mit dreieckigen Symbolen weiter oben und in den Türen. Ein Head-up-Diplay wird es für den Cupra Raval nicht geben.

Fazit

Die betonte Keilform der Karosserie soll den sportlichen Anspruch des Cupra Raval unterstreichen.

Der Cupra Raval ist gewiss kein Revoluzzer, aber eine Bereicherung für den Automarkt. Als elektrischer Kleinwagen dynamischem Anspruch positioniert sich der Spanier gekonnt neben dem Technik-Bruder VW ID. Polo. Das Basismodell mit 37 kWh großem Akku und 300 Kilometern Reichweite soll ab knapp unter 26.000 Euro kosten. Upgrades bei Technik und Ausstattung lassen die Preise klettern. Das Auto in unserem Video, ein Cupra Raval VZ mit guter Ausstattung, dürfte um 37.000 Euro kosten.

Text: Bernd Conrad
Bilder: Hersteller (1), Bernd Conrad (3)